24.04.2026
Gregg Marketing hat Kunden in den verschiedenen Regionen Europas und ist damit «hautnah» am Geschehen, was Informationen zum Saisonverlauf betrifft. Es ist stets sehr interessant und wichtig Rückmeldung von den Verkaufsaktivitäten ab Produktionsbetrieb und vom Detailhandel zu bekommen. In diesem Blogbeitrag stellen wir Ihnen ein «Stimmungsbild» vor, dass auf vielen persönlichen Kontakten und Gesprächen beruht – das «Bauchgefühl» weist oftmals in die richtige Richtung.
Robert Wacker
Geschäftsführer Media Concept Group
Insgesamt kann von einem sehr guten Start in die Saison gesprochen werden. Bereits Anfang März herrschten in vielen Teilen Europas bereits für drei Wochen sehr milde Temperaturen. Diese Rahmenbedingungen zusammen mit dem langen und aussergewöhnlich kalten Winter beflügelten die Verkäufe der Frühjahrsblüher (Viola, Bellis, Myosotis, Topfblumenzwiebeln usw.). Produzenten und der Handel waren allenthalben sehr zufrieden.
Leider gab es Ende März/Anfang April einige Rückschläge zu verdauen – die Berg- und Talfahrt hält bis heute an. Zunächst sorgten die kühlen Temperaturen für Kaufzurückhaltung bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Danach folgte eine Phase der enormen Preissteigerungen bei der Energie. Es bleibt nun abzuwarten, welche Auswirkungen die generelle politische Unsicherheit auf das Verbraucherverhalten haben wird.
Der Start in die Beet- und Balkonpflanzensaison (Pelargonien, Fuchsien, Bidens, Begonien usw.) bietet ein «gemischtes Bild». Die Erstbestückungen wurden zeitgerecht vom Detailhandel abgerufen und an die Gartencenter geliefert. Der Abverkauf am Point-of-Sale verläuft offensichtlich etwas schleppend, da die wöchentlichen Nachbestellungen kleiner ausfallen als gewohnt.
Im Vereinigten Königreich war der Beginn der Beet- und Balkonpflanzensaison zusätzlich von einem Kälteeinbruch geprägt. In Dänemark, Norwegen und Schweden gab es Mitte April punktuell schwere Stürme und auch Schneefall. Auch in der Schweiz und Süddeutschland hatte der Handel mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Das nachstehende Bild zeigt z. B. in einem Gartencenter der Blue Diamond Gruppe das gute und umfassende Angebot zum Saisonbeginn im April.
Im Gehölzbereich wurde zu diesem Zeitpunkt noch wenig blühende Ware angeboten, wie diese Bilder zeigen, die in einem Dobbies Gartencenter aufgenommen wurden. Gerade bei Hortensien würde man erwarten, dass blühende Pflanzen angeboten werden.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass es nach einem sehr guten Start «holprig» weiterging. Nun steht das «Prinzip Hoffnung» im Mittelpunkt und es herrscht gespannte Erwartung, inwieweit sich der Verbraucher von den Rahmenbedingungen beeinflussen lässt. Wird sich wieder ein «Cocooning-Effekt» einstellen oder bleiben die Geldbörsen auch in diesem Bereich geschlossen?
Abschliessend muss noch angemerkt werden, dass in Europa die gesamte Produktionsmenge bei Pflanzen von 2025 auf 2026 um ca. 15 % gesunken ist. Es bleibt zu hoffen, dass dieses verminderte Angebot zu vollständigen Abverkäufen führen wird und keine weitere Reduktion im Jahr 2027 ansteht.
Wir beobachten weiter und ziehen im September 2026 eine Gesamtbilanz in unserem Blog.
Robert Wacker arbeitet seit 1980 in der Grünen Branche. Seit 20 Jahren beschäftigt er sich mit der Entwicklung von Marketing- und Verkaufskonzepten für Züchter, Produzenten und den Einzelhandel. Als Verantwortlicher für alle internationalen Aktivitäten der Media Concept Group schreibt er regelmässig Beiträge für diesen Blog