2020-10-14

Bildetiketten im Grünen Markt / Materialien gestern – heute – morgen

Bildetiketten im Grünen Markt / Materialien gestern – heute – morgen
 
Autor:
Geschäftsführer Gregg Marketing AG

Wenn man vor 20 Jahren von Bildetiketten für Pflanzen sprach, meinte man meistens kleinformatige, weiße Steck- oder Hängeetiketten mit einem Pflanzenbild. Diese Etiketten waren beim Gärtner eher unbeliebt, kosteten schließlich Geld und mussten überdies auch noch an die Pflanzen gesteckt oder angehängt werden. Doch die Zeiten ändern sich!

Der Handel legte mehr und mehr Wert auf eine saubere und eindeutige Etikettierung, ließ doch auch das botanische Know-how des Beratungspersonals im Einzelhandel oft zu wünschen übrig. Zudem erkannte man, dass sich Pflanzen, die „herausgeputzt“ und gut etikettiert sind, oft viel schneller verkaufen.

Etikett – der stumme Verkäufer
Die Etiketten wurden größer, teilweise sogar sehr plakativ, die Ideen und Entwürfe wurden einfallsreicher, mehr und mehr wurde nicht mehr einfach die Pflanze abgebildet mit ein paar Pflegehinweisen, sondern man begann Stück für Stück Geschichten zu erzählen, „storytelling“ war geboren. Das Etikett, das Plakat, der Tischaufsteller bieten tolle Möglichkeiten, um die Kundenphantasie speziell für diese Pflanze anzuregen. Das Bildetikett begann, neue Aufgaben wahrzunehmen: gute, klare Information geben und dabei Begeisterung wecken, verkaufen! All das wohlgemerkt zu einem möglichst günstigen Preis!
Zu der Zeit wurde natürlich auch über das Material gesprochen, aber das hielt sich noch sehr im Hintergrund. Wenn, dann ging es beim Material um die Praktikabilität; die Etiketten mussten wasserfest, wetterbeständig, nicht brüchig – auch gern über Frostphasen hinaus – und bei alledem mussten sie aber immer eines: gut aussehen und sicher anzubringen sein. Doch schon in dieser Phase begannen die Hersteller sich auf nachhaltige, umweltneutrale Werkstoffe zu konzentrieren, was aber von den Kunden noch kaum wahrgenommen wurde.

Umwelt und Klima verträglich
Aktuell muss ein Bildetikett selbstverständlich all diese Eigenschaften mitbringen, um es zu einem guten Etikett zu machen, also zu einem guten „stummen Verkäufer“. Aber zusätzlich muss es vom Material her die Voraussetzungen erfüllen, die der Umwelt- und Klimaschutz verlangt und die zu den Entsorgungs- und Recyclingmodalitäten passen!
Das können moderne Bildetiketten. Sie bestehen zu einem hohen Anteil aus Recycling-Kunststoff und lassen sich vielfach immer wieder zu 100 % recyceln. Zwar gibt es für die Verarbeitung im Druck noch kaum verwendbares Recycling-Material aus der gelben Tonne, aber aus Industrie-Recycling. Auch das Material ist rar, daher haben wir u.a. intern geschlossene Kreisläufe, bei denen Druckreste und -abfälle wieder zurück in den Kreislauf fließen, um letztlich wieder für neue Produktionen zu diesen.
Das ist gut, denn der Verzicht auf Kunststoff bei dem Bemühen, vermeintlich „nachhaltige“ Etiketten z.B. aus Pappe zu machen, ist natürlich im Gartenbau schwer. Hier ist Wasser omnipräsent, feuchtes, organisches Substrat, hohe Luftfeuchtigkeit. Bedingungen, die Papier naturgemäß nicht gut vertragen kann. Noch dazu wird Papier bekanntlich aus Holz gemacht, und die Ressource ist auch für das Weltklima von entscheidender Bedeutung.

Wir arbeiten seit Jahren intensiv an der Entwicklung umweltverträglicher Materialien, die sich gut als Werbemittel für Pflanzen eignen und dabei – ganz wichtig – wirtschaftlich sind! Für die Zukunft erwarten wir hier einiges an neuen Erkenntnissen und Ergebnissen.
Attraktive Werbung für die Pflanze am POS, gute Beschilderung und Etikettierung, Begeisterung schaffen für lebendes Grün, das ist ein wichtiger Eckpfeiler für den Grünen Markt, um sich zeitgemäß und sicher in eine gesunde Zukunft zu entwickeln.

 

Autor:
Wilhelm Gregg
Geschäftsführer Gregg Marketing AG
Wilhelm Gregg ist seit 1975 in der Grünen Branche aktiv. Mit gärtnerischen Wurzeln und dem ursprünglichen Schwerpunkt Vermarktung und Vertrieb ist er mit vielen Jahren Erfahrung speziell auf Pflanzen-Marketing in all ihren Facetten fokussiert und Geschäftsführer der Gregg Marketing AG.