2021-05-18

Nachhaltige Produktentwicklung im Gartenbau

Nachhaltige Produktentwicklung im Gartenbau
 
Autor:
Geschäftsführer Media Concept Schweiz AG

Aus der IT-Branche kennen wir den Begriff «Halbwertszeit von Innovationen». Damit wird beschrieben, wie schnell eine Produktentwicklung, die heute noch der grosse Wurf ist, bereits innerhalb von Monaten von einer Innovation abgelöst wird, die noch mehr Nutzen bringt oder billiger ist. In der gartenbaulichen Produktion und Vermarktung benötigen die Innovationsschritte in der Regel Jahre und nicht Monate. Die Ausnahme stellt der Bereich «Nachhaltigkeit» dar. Wir wollen in diesem Blogbeitrag Entwicklungen beleuchten und Beispiele zeigen.

Bevor wir an einem Beispiel den Prozess der «nachhaltigen Produktentwicklung» beschreiben, blicken wir kurz auf Jahrzehnte der Produkt- und Marketingentwicklung bei Pflanzen zurück:

  • Bis Ende der 1970er-Jahre: Pflanzenverkauf ohne jegliches Interesse auf Seiten der Verbraucher oder des Handels zu den Produktionsverfahren. So war der Einsatz vieler Pflanzenschutzmittel an der Tagesordnung, die heute verboten sind. Point-of-Sale Marketing oder Etiketten waren unbekannt.
  • 1980er-Jahre: Mit der Erfindung des UV-Drucks war es plötzlich möglich, auf Plastik zu drucken. Innovative Gärtnereien lieferten von nun an ihre Pflanzen mit Etiketten aus, und der Verbraucher bekam «schriftliche Information» zur Pflanze.
  • 1990er-Jahre: Der Einzelhandel forderte von immer mehr Betrieben die Ausstattung mit Etiketten. Die meisten Produktionsbetriebe betrachteten Etiketten jedoch noch als notwendiges Übel und nicht als Chance der Verkaufsförderung.
  • Bis ca. 2010: In Deutschland und in der Schweiz gab es neben den Etiketten aus Kunststoff die ersten Tendenzen in Richtung Nachhaltigkeit.
  • Seit ca. 2012: Bis heute sehen wir eine kontinuierliche Entwicklung, bei der nicht nur das Etikett die Kriterien der Nachhaltigkeit erfüllen muss, sondern auch der Topf, das Produktionsverfahren der Pflanze und die Umverpackung. Zusätzlich unterstützt der regionale Anbau die Nachhaltigkeitsbemühungen.

Media Concept Schweiz und Gregg Marketing sind bei vielen Projekten von Anfang an Partner von Züchtern und Produktionsbetrieben, wenn es darum geht, alle Komponenten eines neuen Produkts zu definieren. Gerade in den letzten beiden Jahren ist die Bereitschaft gestiegen, höhere Preise zu bezahlen für Produkte, die durchgängig nachhaltig sind.

Ein herausragendes Beispiel ist hier das Projekt: NATUR – pflanzen & fördern. Der Stauden Ring fördert mit diesem Projekt die Biodiversität, und alle Komponenten des Produkts sind nachhaltig. Hier die Details:

Konzeptentwicklung
Der Anspruch, die Biodiversität zu unterstützen, spiegelt sich im innovativen Design des Etiketts und der Werbemittel wider.

Mit diesem CI wurde das Konzept lanciert 
Mit diesem CI wurde das Konzept lanciert

Pflanzen
Diese werden ohne den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln produziert. Der Stauden Ring Mitgliedsbetrieb Frikarti-Stauden setzt zusätzlich auf Saatgutherkünfte aus der Schweiz, die unter dem Siegel «Floretia» zertifiziert sind.

Etikett
Die Pflegeetiketten sind auf einem Holzstab montiert und bestehen aus Karton. Beide Produkte sind vollständig biologisch abbaubar.

Topf
Es handelt sich um den BLAUEN Pöppelmann Pflanztopf aus 100 % Recyclingkunststoff.

Substrat
Die Produktion der Pflanzen erfolgte in absolut torffreiem Substrat. Auch damit setzt der Stauden Ring Zeichen und stellt die Weichen für zukünftige Entwicklungen beim torffreien Anbau.

Pflanze, Topf, Substrat und Etikett stehen für Nachhaltigkeit 
Pflanze, Topf, Substrat und Etikett stehen für Nachhaltigkeit

Die Teams von Gregg Marketing und Media Concept Schweiz engagieren sich mit viel Herzblut für nachhaltige Produktentwicklungen und setzten diese gerne für Sie um. Wir freuen uns auf das Gespräch mit Ihnen.

 

Autor:
Robert Wacker
Geschäftsführer Media Concept Schweiz AG
Robert Wacker arbeitet seit 1980 in der Grünen Branche. Seit 20 Jahren beschäftigt er sich mit der Entwicklung von Marketing- und Verkaufskonzepten für Züchter, Produzenten und den Einzelhandel. Als Geschäftsführer der Media Concept Schweiz AG schreibt er regelmässig Beiträge für diesen Blog.